"Ich bin ein Gewohnheitstier"

February 2, 2016

 

Dieses Gefühl steckt wohl in jedem von uns...mehr oder weniger.

Dabei sind wir Menschen Meister darin, alte Gewohnheiten abzulegen und neue in unsere eigene kleine Welt zu integrieren. Hirnforscher wissen um die sogenannte „Plastizität“ unseres Gehirns was bedeutet, dass das Gehirn bis ins hohe Alter in der Lage ist sich zu verändern und Neues zu lernen.

Doch warum fällt es uns manchmal so schwer, bestimmte Gewohnheiten abzulegen?

Um dieses Phänomen zu erklären, muss man drei Arten von Umgewöhnung unterscheiden:

 

 1.) Die Umgewöhnung ohne Emotion

Wenn wir die Akten im Büro in ein anderes Regal stellen, dann ist das erst einmal ungewohnt. Wir laufen noch drei, vier Mal zum alten Regal, bis wir uns daran gewöhnt haben, dass die Akten nun woanders stehen. Laufen wir zum falschen Regal, schütteln wir kurz den Kopf und wundern uns über uns selbst. Ohne große Emotionen üben wir das neue Verhalten ein.

 

2.) Die Umgewöhnung, die Freude auslöst

Wir fahren seit der Führerscheinprüfung einen Kupplungswagen und leisten uns nun ein neues Auto. Einen Automatikwagen. Was für ein Fahrgefühl! Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir uns hinters Steuer setzen können. Alles ist neu. Ein Genuss!

Wir ziehen um. In eine größere Wohnung, in ein schöneres Viertel. Wie aufregend! Die alte Wohnung ist schnell vergessen. Wir erkunden die neue Wohngegend und freuen uns jeden Tag über die neue Umgebung.

Wir lernen um und das macht sogar Spaß

 

3.) Die Umgewöhnung, die Verzicht bedeutet und unangenehm ist

Die Wage zeigt erbarmungslos an, dass es soweit ist, endlich abzunehmen. Die Klamotten kneifen, wir fühlen uns nicht mehr wohl. Die Schokolade wird durch Salat ersetzt, Abends kommen keine Kohlenhydrate mehr auf den Teller, alles was fettig ist und gut schmeckt, wird verbannt. Wir büßen sofort an Lebensfreude ein und schleppen uns durch den Alltag. Überall Versuchungen. Wir kämpfen und widerstehen.

 

Letzteres sind Situationen, in denen wir das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen, was wir gerne machen. Der Gewinn (der in weiter Ferne liegt) scheint die Strapazen der Umgewöhnung nicht aufzuwiegen. In diesem Moment müssen wir gegen uns selbst kämpfen, denn das Leben scheint weniger wertvoll zu sein. Manchmal schaffen wir die Umgewöhnung dennoch, manchmal scheitern wir immer und immer wieder.

 

Was tun?

Die Aufgabe ist es, eine Umgewöhnung so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Um beim Thema Abnehmen zu bleiben, geht es zum Beispiel darum, sich so zu motivieren, dass das Ganze Spaß macht. Das ist individuell sehr verschieden.

Der Eine fühlt sich bei „Weight Watchers“ in der Gruppe wohl, der nächste bereitet sich auf den Marathon vor und zieht daraus seine Motivation, wieder ein anderer entwickelt Ehrgeiz beim Kalorien zählen.

Ich bin überzeugt davon, dass es für jede Verhaltensänderung eines jeden Menschen den Weg gibt, den er leicht gehen kann und der ihm sogar Spaß macht.

Also stellen Sie sich die richtige Frage: „Wie schaffe ich es, mit dem Rauchen aufzuhören, und gleichzeitig die Umgewöhnung als spannend und bereichernd zu empfinden?“ Und finden Sie Ihren Weg. Viel Erfolg dabei!

Herzlich

Ihre Isabell Drescher

 

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